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Wir müssen reden!

⚙ Hinter den Kulissen • 23.06.2026

Wir müssen reden! Über etwas, das uns alle betrifft – egal ob wir es hauptberuflich tun oder ehrenamtlich: journalistische Arbeit und die Pressefreiheit, die uns eigentlich schützen soll.


Ich schreibe das aus meiner Perspektive als jemand, der seine Zeit, Energie und oft auch seine eigenen Mittel investiert, um Ereignisse zu dokumentieren, Menschen zu informieren und Geschichten sichtbar zu machen. Ehrenamtlich. Aus Überzeugung.
Aber das, was ich hier beschreibe, betrifft nicht nur uns Ehrenamtliche. Es betrifft genauso die Kolleginnen und Kollegen, die hauptberuflich arbeiten. Denn wir alle haben dasselbe Ziel: gewissenhaft zu berichten – und dies auch tun zu können.


Pressefreiheit klingt stark, aber im Alltag zeigt sich immer wieder, wie schnell sie ins Wanken geraten kann.


Beim WDR2 Weihnachtswunder wurde ich trotz klar erkennbarem Presseausweis von einer Sicherheitskraft rausgeworfen. Ohne Gespräch, ohne Klärung.
Auf der ersten Mai-Demo in Essen schickte mich ein Beamter der Bereitschaftspolizei weg, obwohl ich niemanden behinderte und meiner Arbeit nachging.
Und am Hauptbahnhof bekam ich während eines journalistischen Einsatzes ein zweistündiges Hausverbot. Dazu wurde ich zweimal grob am Arm gepackt und weggezogen – ein Verhalten, das nicht nur unnötig, sondern eindeutig nötigend war.


Solche Situationen sind nicht nur frustrierend. Sie sind gefährlich.
Denn sie zeigen, wie schnell einzelne Personen – ob aus Unwissen, Stress oder Machtgefühl – die Arbeit von Journalistinnen und Journalisten behindern können. Und das trifft uns Ehrenamtliche oft besonders hart, weil wir keine Redaktion im Rücken haben, die sofort interveniert oder rechtlichen Druck aufbauen kann.


Aber es gibt auch das Gegenteil.
Mit Isaar Security hatte ich noch nie Probleme. Die Zusammenarbeit war immer respektvoll, professionell und geprägt von gegenseitigem Verständnis. Genau so sollte es laufen. Und genau so beweist man, dass Sicherheit und Pressefreiheit sich nicht ausschließen müssen.


Wir Journalistinnen und Journalisten – egal ob ehrenamtlich oder hauptberuflich – wollen nicht stören. Wir wollen nicht provozieren. Wir wollen dokumentieren, einordnen, erklären.


Das ist unser Beitrag zur Demokratie. Und dafür brauchen wir keine Sonderrechte, sondern nur das, was uns ohnehin zusteht: die Möglichkeit, unsere Arbeit sicher und ungehindert zu machen.


Unser Wunsch:
Respekt. Kommunikation. Verständnis.
Damit Pressefreiheit nicht nur ein Grundrecht bleibt, sondern gelebte Realität – für alle, die journalistisch arbeiten.


gez. Simmi


✍️ Autor: Simmi Gründer 👁️ Aufrufe: 5

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